Ulan-Ude

Ulan-Ude, mit rund 370.000 Einwohnern die Hauptstadt der Autonomen Republik Burjatien, ist eine der schönsten Städt Sibiriens und beeindruckt jeden auf Anhieb. In seinem liebevoll restaurierten historischen Zentrum reihen sich reich mit Schnitzereien verzierte Holzhäuser an weiß und gelb gestrichene Fassaden alter Steingebäude aus den verschiedensten Epochen. Auffallend sind die vielen mongolischen Gesichter: Die Burjaten gehören zu den Mongolvölkern und leben seit dem 13. Jh. in der Region rund um den Baikalsee. Mit knapp 400.000 sind sie die größte nationale Minderheit Sibiriens und machen etwa 30 % der Bevölkerung der Republik aus.

Sehenswert ist der mitten auf dem Hauptplatz der Stadt geradezu unübersehbare ‚Superlativ‘: Der größte Leninkopf der Welt! Einen Besuch lohnt auch das Ethnografische Freilichtmuseum mit hochinteressanten, aus der ganzen Baikalregion zusammengetragenen Behausungen wie z.B. zeltähnliche Holz- und Fellkonstruktionen, Schamanenzelte, alte Bauernhöfe und Patrizierhäuser sowie eine wunderschöne Kirche.

Zu einem Aufenthalt in Ulan-Ude gehört unbedingt ein Ausflug zu dem rund 35 km entfernten, in einem weiten, grünen Tal gelegenen, 1946 gegründeten Lamakloster Ivolginsk, dem zentralen Heiligtum des Buddhismus in Russland. Rund um den Haupttempel verteilen sich kleine Gebetshäuser, Mönchsunterkünfte, eine Bibliothek und ein hölzernes Schulhaus. Seit 1991 werden im Kloster nach langjähriger ‚sowjetischer Unterbrechung‘ wieder Mönche ausgebildet. Bei einem morgendlichen Besuch begegnet man hier Gläubigen, die aus der Umgebung aber auch aus weit entfernten buddhistischen Regionen wie z.B. der Mongolei und dem Altaigebirge hierher pilgern.

Rund um Ulan-Ude leben in kleinen, auffällig gepflegten Dörfern ‚Altgläubige‘. Hier erfährt man vieles über die Traditionen dieser Religionsgemeinschaft. Ab etwa 1666 trennten sich die Altgläubigen von der russischen orthodoxen Großkirche, und als sie verfolgt wurden, siedelten sie sich vor allem in den Randbereichen des russischen Imperiums an, so z.B. in Sibirien. Aus religiösen Gründen entsagen sie (ähnlich wie die Armish in den USA) der modernen Welt und leben bewusst weitab der Zivilisation gemäß Jahrhunderte alter Traditionen, z.B. ohne Strom, ohne Autos, in altmodischen Trachten, mit ihrer eigenen Sprache und eigenen Liedern. Auch ihre Ernährung folgt alten Gesetzen. Gäste sind hier jederzeit willkommen und können die Altgläubigenlieder hören, ihre besondere Küche probieren und so einen Einblick in diese alte Tradition gewinnen.