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Allgemein Kirgistan



Kirgistan, auch Kirgisistan oder Kirgisien genannt, ist ein Binnenstaat in Zentralasien mit etwa 4,8 Millionen Einwohnern. Er grenzt im Norden an Kasachstan, im Südosten an China, im Süden an Tadschikistan und im Westen an Usbekistan.
Aufgrund seiner geographischen Lage hatte das Land seit dem 2. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung bis zum Ende des Mittelalters große Bedeutung als ein Zentrum der Weltkultur und des Welthandels. Ein Teil der antiken Seidenstrasse führt durch Kirgistan. Sie verbindet Kashgar als alte Handelsstadt im heutigen China über den Torugart Pass und das Ferghana Tal mit den historischen Machtzentren Taschkent, Samarkand und Buchara. Noch heute findet man in Kirgistan Denkmäler aus der Antike und dem Mittelalter und das traditionelle Kunsthandwerk in Form von Seiden und Lederarbeiten.


Arslan-Bob



Hier findet man die größten natürlich gewachsenen Walnusswälder der Erde, die Arslan-Bob zu einem ganz außergewöhnlichen Ort machen. Walnussbäume, die bis 1000 Jahre alt sind, mit über zwei Meter dicken Stämmen, wachsen wild auf Bergfelsen und an Flussufern bis zu 30 m hoch. Das Dorf selbst liegt 1700 m hoch und bietet ein einzigartige Panorama.


Bischkek



Bischkek (ehem. Frunse), mit rund 900.000 Einwohnern, ist die Hauptstadt Kirgistans und aus einer Karawanenstation, an einem der Seidenstraße zugerechneten Weg durch das Tian-Schan-Gebirge, hervorgegangen. Sie ist heute eine lebhafte und in vieler Hinsicht moderne Stadt, mit vielen Restaurants und Cafés und einem dichten Straßenverkehr. Sie ist durchzogen von weit verzweigten kleinen Wasserkanälen („Aryks“) und man findet viele künstliche Seen. Aufgrund seiner kurzen Geschichte hat Bischkek keine historischen Bauwerke.


Issyk-Kul-See



Das Wort Issyk-Kul bedeutet in kirgisisch „Warmes Wasser“, denn der See friert aufgrund seines leichten Salzgehaltes, der großen Tiefe und dem Auftreten warmer Quellen am Seegrund nie zu. Er ist nach dem Titikakasee in Peru/Bolivien der zweithöchste Bergsee der Welt. Mit ca. 170 km Länge, 70 km Breite und an einigen Stellen knapp 700 m Tiefe ist er elfeinhalb mal größer als der Bodensee. Die Nordküste hat kleine, flache Strände und die Südküste ist eher steil abfallend und tief. Es ist nicht nur ein Erholungsgebiet sondern auch ein Naturschutzgebiet, dessen außergewöhnlich abwechslungsreiche Landschaft einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten optimale Lebensbedingungen bietet. In den tieferen Lagen rund um den See findet man aufgrund der Trockenheit Wüsten und Halbwüsten und am Südufer befinden sich die von Ost nach West verlaufenden Bergketten des Gebirges Tien-Shan mit ihren über 7000 Meter hohen Gipfeln. Hier befinden sich auch die weltweit längsten Gletscher außerhalb der Polarregion. Charakteristisch sind die Hochgebirgstäler, die so genannten Syrten, die blumenreichen Hochgebirgsmatten und die weiten Hochebenen mit traditioneller Weidenutzung.
Ganz in der Nähe liegt bei Tscholpon-Ata eine archäeologische Stätte mit ca. 2000 Felszeichnungen, die vor allem aus der Skytenzeit stammen (8. bis 3. Jhd vor Christi).


Karakol



Die Stadt liegt am östlichen Ende des Issyk-Kul-Sees und hieß früher Prschewalsk, zu Ehren des berühmten russischen Asienforschers Nikolai Prschewalski. Sein Grab befindet sich am Ufer des Sees. Die im Jahre 1869 als russische Offizierssiedlung gegründete Stadt ist zaristisch geprägt, mit vielen Häusern und Bauwerken aus dem 19. Jh. Sehenswert ist hier eine hölzerne Moschee im Pagodenstil, die zwischen 1907-1910 vollständig ohne Metallnägel errichtet wurde, und eine ebenfalls hölzerne orthodoxe Kirche von 1895. Karakol ist als Ausgangspunkt für Trekkingtouren und für Bergsteiger, die die Berge des Tianshan zum Ziel haben, beliebt. In der Nähe der Stadt verläuft der „Kyrgyzstan Trail“, ein 2007 neu konzipierter Fernwanderweg, der die Gebirgsketten der Issykköl-Region in Kirgistan erschließt und miteinander verbindet.
Von hier ist es nicht weit zu den heißen Mineralquellen Alty-Araschan, wo man wunderbar wandern und in den heißen Quellen baden kann: In mehreren winzigen Holzhäuschen gibt es einfache aber saubere 2x2 m große Betonbecken mit ständigem Abfluss. Die Becken riechen stark nach Schwefel, aber Schilder beschreiben genau wie heilsam dieses Wasser ist und welche Krankheiten es heilen soll. Es ist eine schöne Möglichkeit zu entspannen und anschließend sich im eiskalten Flusswasser abzukühlen!


Kotschkor



Der Ort liegt ca. 50 km westlich des Issyk-Kul-Sees und ist bekannt für die Herstellung von Wollfilz und das anfertigen von Teppichen und anderem Kunsthandwerk. Die Qualität des Materials ist hervorragend, da die Schafe, deren Wolle verarbeitet wird, hier beste Nahrungsbedingungen haben. Man kann hier eine Filzmanufaktur mit einem kleinem Museum besuchen, in dem u.a. die interessanten Erzeugnisse kirgisischer Handwerker aus dem 19. bis 20. Jh. gezeigt werden (Teppiche, Matten, Vorhänge, Unterlagen und Geschirr aus Leder, Holz, Samt, Wolle oder Schilf).


Naryn



Die 45.000 Einwohner zählende Stadt Naryn ist die letzte Stadt vor dem Grenzübergang nach China am Torugart Paß. Hier soll es die schönsten, gemusterten, bunten Filzteppiche geben! Sehenswert ist eine neue Moschee und ein Regionalmuseum, in dem man u.a. eine Jurte und historische landwirtschaftliche Geräte sehen kann.


Osch



Osch, mit etwa 240.000 Einwohnern, ist eine der ältesten Städte Asiens, die im Jahre 2000 das 3000-jährige Bestehen feierte. Seinerzeit war Osch das Zentrum einer landwirtschaftlich ergiebigen, dicht besiedelten Region sowie ein Stützpunkt und Umschlagplatz auf der Seidenstraße für Kaufleute aus verschiedensten Ländern. Leider sind nicht viele Architekturdenkmäler erhalten, aber der Dzayma-Basar von Osch wird viel gerühmt. Hier treffen sich usbekische Bauern, kirgisische Halbnomaden, russische Arbeiter, Tataren, Tadschiken und viele andere, die lautstark um Pferde, Gemüse, Brot, Teppiche, Werkzeuge und neuen Waren aus Ost und West feilschen. Einen Besuch wert ist auch die älteste Moschee der Stadt, die Shait-Tepa-Moschee.


Sary-Tschelek-See



Das Naturreservat Sary-Tschelek bietet eine Flora und Fauna, die man kaum anderswo findet – etwa 1000 Pflanzen- und 190 Tierarten in malerischer, kaum berührter Landschaft mit vielen kleineren Seen und Teichen findet man hier.


Sonkul See



Der Sonkul-See ist der zweitgrößte und gleichzeitig einer der schönsten Seen Kirgistans. Im Sommer trifft man hier Nomaden, weil es rings um den See auf den Hängen üppige Weiden gibt. Hier sind die Bräuche und Sitten der kirgisischen Nomaden in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Sie leben während des Sommers in traditionellen Jurten, in denen man sie besuchen und auch bei ihnen übernachten können. Sie freuen sich über den Besuch der Touristen und bieten gern eine Schale Kumys (gegorene Stutenmilch) an. Man erlebet, wie vergorene Stutenmilch „Kumys“ zubereitet wird und wie man „Kurut“, getrocknete Kügelchen aus gesäuerter Kuhmilch herstellt. Die Schönheiten der Natur und und Vielzahl der Tier-und Pflanzenwelt kann man bei kleineren Wanderungen oder Reittouren entdecken.


Tasch-Rabat



Die Karawanserei Tasch-Rabat (3.040 m) liegt gut erhalten mitten in der schönen Landschaft des weiten Bergtals „Kara-Kojun“. Sie wurde im 12 Jh. vollständig aus Steinfliesen mit Stuck im Innenraum und eingemeisselten Ornamenten erbaut. Sie diente vor langer Zeit den Reisenden zum Ausruhen und als Umschlagplatz.
Von hier aus haben hat man die Möglichkeit zu einer Wanderung auf einem alten Karawanenpfad; durch herrlich wilde Natur bis zum Tasch-Rabat-Pass (3.964 m) mit einer herrlichen Aussicht auf den drittgrößten See Kirgistans, den Tschatyr-Kul (3.530 m) und auf den Torugart Pass (3.752 m), der an der kirgisisch-chinesischen Grenze liegt. Mit etwas Glück kann man Steinadler und Geier beobachten.



Tschon-Kemin



Ca. 150 km von Bischkek entfernt liegt die Tschon-Kemin Schlucht, ein Naturschutzgebiet mit einer vielfältigen Flora (Wacholder, Tien-Schan-Tanne, Kiefer, Sanddorn) und einer ebensolchen Fauna (Streifengans, Steinadler, Füchsen, Wölfen, Schneeleoparden, Steinböcke, Murmeltiere, Bergziegen). Auf den Weg dorthin liegen die Ruinenfelder der ehemaligen Hautstadt des Reiches, Kara Kitai. Hier befindet sich das älteste Bauwerk Zentralasiens, das ehemalige Minarett, der Turm von Burana. Dieser wurde wahrscheinlich im 11. oder 12. Jahrhundert errichtet und hatte eine Ursprungshöhe von mindestens 40 m, von der heute noch 21,7 m erhalten sind. Der Turm gehörte zu einer Moschee, aber ganz in der Nähe befinden sich auch die Reste einer nestorianischen Kirche und eines buddhistisches Heiligtums. Auch das Dorf „Rot Front“, das im 1927 von Russlanddeutschen-Baptisten (Mennoniten) gegründet wurde und ursprünglich „Bergtal“ hieß, liegt unweit von hier.